Barrierefreies Internet
05.05.2009 15:00
Bevor ich Ihnen erzähle worauf man bei einer barrierefreie Seite zu achten hat, sollten wir klären, was man unter einer barrierefreien Seite versteht;
Im Allgemeinen heißt es, dass Gegenstände, Medien und Einrichtungen so gestaltet werden, dass sie von jedem Menschen unabhängig von einer eventuell vorhandenen Behinderung uneingeschränkt benutzt werden können.
Bei barrierefreiem Internet spricht man von Web-Angeboten, die von allen Nutzern unabhängig von körperlichen oder technischen Möglichkeiten uneingeschränkt benutzt werden können.
Das ist jedoch aufgrund von vielen weichen,individuell geprägten Barrieren nicht vollständig erreichbar, darum nennt man dies barrierearm oder zugänglich.
Statistisch gesehen sind Menschen mit Behinderungen außerordentlich oft im Internet und dabei auf gesonderte Aufbereitung der Webangebote angewiesen, die über die gewöhnliche Darstellung (Rendering am Bildschirm, Audiodatenkonversion, usw.) hisnausgehen. Sehbehinderte und blinde Nutzer lassen sich Webseiten per Software vorlesen oder in Braille-Schrift ausgeben, schwerhörende oder gehörlose Menschen, deren erste Sprache Gebärdensprache ist, benötigen auf sie zugeschnittene, besondere Darstellungsformen im Internet. Weiterführend zu der Berücksichtigung der Belange von Behinderten bedeutet "barrierefrei", dass ganz allgemein niemanden Barrieren in den Weg gelegt werden sollen. Auch nichtbehinderten Nutzern soll die Pflicht beim Abruf von Internet-Angeboten diesselbe Hard- und Softwarekonfiguration zu benutzen nicht auferlegt werden (technische Barrierefreiheit). Abgesehen von der Zugänglichkeit (Accessibility) geht es auch um die Plattformunabhängigkeit – ein Internetangebot soll sowohl mit Bildschirm beliebigen Formats als auch mit PDA, Handy u. ä. nutzbar bleiben. Es soll unabhängig vom genutzten Betriebssystem und von der Software funktionieren, sofern diese standardkonform arbeiten.
Zumindest genauso wichtig wie technische Zugangsbedingen ist, dass die Inhalte übersichtlich und in leicht verständlicher Sprache dargestellt werden. Barrierefreiheit umfasst auch, keine enormen, sondern dem Thema angepasste Anforderungen an Bildung, Ausbildung und intellektuelles Niveau zu stellen. Dieser Umstand ist insbesondere für die öffentlich-rechtlichen Webangebote bindend, um die Forderungen nach Gleichberechtigung auch von sprachlichen in einem Land gehandycapten Menschen (von der Mehrheit abweichende Muttersprache) zu realisieren, erfasst aber auch die Probleme älterer Menschen, die nicht mit den Möglichkeiten und Methoden moderner Kommunikation aufgewachsen sind, und sozial benachteiligte Schichten.
Die aktuellen Technologien der Informationsverarbeitung und das Webdesign bieten eine Fülle verschiedener Technologien, um Inhalte darzustellen, die im letzten Jahrzehnt ansteigend rasant über die reine Aufbereitung von Text (Plain Text) hinausgehen. Wenn es um Randgruppen geht, können die Hilfmittel, die zur Darstellung benötigt werden, ressourcenbedingt oft nicht angemessen nachgeführt werden. Solche Maßnahmen seitens der Anbieter von Webpräsenzen aber auch der Bereitsteller von Infrastruktur und Betriebssoftware werden ausgrenzende Mechanismen genannt.
Als Vorraussetzungen für barrierefreie Internetseiten sollten Sie folgendes beachten:
- Blinde Menschen können gut strukturierten Text über eine Braillezeile mit entsprechender Software (Screenreader) lesen. Bilder oder Text, der in den Bildern enthalten ist, sind für Blinde unzugänglich und sollten daher mit einem alternativen Text ergänzt werden. Frames sind kein Hindernis, wenn sie die Struktur unterstützen, beispielweise Navigation und Inhalt trennen.
- Schriften in % oder em angeben, denn sehschwache, insbesondere ältere Menschen, benötigen Skalierbarkeit der Schrift im Browser, um die Schriftgröße an ihre Sehleistung anpassen zu können.
- Menschen mit einer Farbfehlsichtigkeit, z. B. einer Rot/Grün-Sehschwäche benötigen starke Kontraste und klare Schriften sowie Kontrolle über die Farbe der Schrift und des Hintergrunds. Animierte oder blinkende Texte stellen eine Barriere dar.
- Menschen mit motorischen Störungen oder Spastiken, die keine Maus benutzen können, müssen mit der Tastatur navigieren. Sie bewegen sich meist mit der Tabulatortaste durch die Formularelemente, Links oder andere aktive Objekte auf der Seite. Daher muss eine Webseite gut mit der Tastatur bedienbar sein. Deshalb ist wichtig, dass die einzelnen Elemente in einer entsprechenden Reihenfolge angesteuet werden und man stets ausdrücklich erkennen kann, welches Element im Blickpunkt steht.
- Da gehörlose Menschen oft als erste Sprache Gebärdensprache erlernen, ist für sie die Schriftsprache eine Fremdsprache beziehungsweise oft sehr mühsam zu verstehen. Auch akustische Inhalte können von gehörlosen Menschen nicht aufgenommen werden. Aus diesem Grund sollten sie durch visuell wahrnehmbare Inhalte ersetzt oder unterstütz werden. Für sie sind Webseiten barrierefrei, wenn diese in der Gebärdensprache dargestellt werden.
- Personen mit kognitiven Behinderungen haben größtenteils Probleme, lange und komplex formulierte Texte mit schwierigen Schachtelsätzen und Fremdwörten sowie unübersichtliche Navigationen zu verstehen. In Folge dessen ist es angebracht, Webseiten in so genannter "leichter Sprache" zu verfassen.
- Zahlreiche der derzeit gebräuchlichen Content-Management-Systeme erstellen Seiten, die für behinderte Menschen schlecht zugänglich sind. Nur sehr vereinzelte Systeme oder Verfahren unterstützen die Autoren mit barrierefreien Eingabemöglichkeiten.
- Das Versäumnis der technischen Standards erzeugt Webseiten, die nur von bestimmten Browsern korrekt dargestellt werden.
- Navigation mit Hilfe von aktiven Inhalten (z. B. Javascript, Flash) schließt Nutzer aus, die die dafür relevanten Plug-Ins nicht installiert haben und die aus verschiedenen Gründen keine aktiven Inhalte ausführen lassen können, dürfen oder wollen.
- Ebenfalls sollte auf eine strikte Trennung von Inhalt und Layout (CSS, Cascading Style Sheet, verwenden) geachtet werden.
- Verwenden von vorgesehenen HTML-Elementen ( z. B. h1 - h6 für Überschriften, damit diese auch als solche erkannt werden) führt zu einem richtigen Aufbau der (X)HTML Quelltexten.
- Ferner sollte man ACRONYM-Tags verwenden, d. h., dass das Wort als Ganzes, z. B. bei einem Screenreader, gelesen wird und nicht die einzelnen Buchstaben der Abkürzung. Dies kann zur Verwirrung des Nutzers führen.
Quellenangabe: Wikipedia

